Und nun, von Anfang an hatten wir eine „gute Ehe“. Wir hatten nie große Streitereien, wir haben nie das „Anklage-Beschämung-Spiel“ gespielt. Benny hatte mir gegenüber immer diese liebevolle und ehrenhafte Haltung.
Für mich, nun… auf der einen Seite war ich zutiefst dankbar für diesen Mann, der mich mit einer so ehrenden, bestätigenden und liebevollen Haltung behandelte, der mich jeden Tag mit Gottes Wahrheiten über mein Leben überschüttete und mich mit so viel Respekt, Zärtlichkeit und Liebe behandelte.
Aber irgendwie konnte ich dieser Realität nicht wirklich nachkommen. Ich erinnere mich an die vielen Male, in denen er mir sagte:
„Oh Jeanne, ich liebe dich so sehr“ – und meine Antwort war:
„Bist du verrückt? !“
Ich liebte es, mit ihm verheiratet zu sein, aber gleichzeitig war es auch ein Sterben an all die Dinge, die mich in der Vergangenheit lebendig fühlen liessen. Sie gehörten nun nicht mehr zu meinem Leben. Ich war an einen Mann gebunden, der ein sehr stabiles Leben führt und kein Bedürfnis, keine Notwendigkeit und kein Bestreben nach genau den Dingen hatte, die mir das Gefühl gaben, voll lebendig zu sein.
Darüber hinaus war ich so mit Scham gefüllt, dass ich mich unbedeutend, unwürdig und unsicher fühlte, wenn es darum ging, Beziehungen außerhalb unserer Ehe aufzubauen.
Eine andere Realität, mit der ich konfrontiert war, war die Tatsache, dass ich Benny nicht so liebte, wie ich in Vergangenheit geliebt hatte:
„Mit dieser Intensität, die einem den Atem raubt, so stark, dass es schmerzt, so mächtig, dass man alles, was einem lieb ist, aufgibt, nur um mit dieser Person zusammen zu sein.“
Ich liebte ihn, aber ich fühlte mich schuldig, ihn nicht mit jenen intensiven Gefühlen zu lieben, die ich von früher kannte. Auch hatte ich Angst, dass unsere Ehe auseinanderfallen würde, wenn mir jemand über den Weg laufen würde, der diese Art von Liebe auslösen würde.
Für mich wurde das Leben zu einem
„treu sein im kleinen“ und
„das Beste geben, was ich habe“.
Inmitten dieser Realität wirkte Gott wundervoll in meinem Leben. Schritt für Schritt führte er mich durch die vielen Dinge, vor denen ich Angst hatte, durch die vielen Orte, an denen ich Scham und Unsicherheit empfand, in eine neue Freiheit – Seine Freiheit.
Er zeigte mir, dass diese Art von Liebe, die ich in der Vergangenheit empfand, nicht Liebe war – sondern Co-Abhängigkeit. Diese Art von Liebe hat mich nie frei gemacht, mich selbst zu sein, sondern hat mich an das gebunden, von dem ich dachte, dass die andere Person will, dass ich es bin – wie ich fühlen sollte oder tun sollte. Diese Art von Liebe, die sich nur dann „richtig und echt“ anfühlt, wenn die andere Person mir das Gefühl gibt, komplett und vollständig zu sein. Das war die einzige Art von Liebe, die ich kannte, und hier war dieser Gott, der mich lehrte, zu lieben – mit wahrer Liebe, das heisst, mit Seiner Liebe.
Seine Liebe macht mich frei, mich selbst zu sein, Seine Liebe lässt mich ganz und gar lebendig fühlen, macht das Leben leidenschaftlich und wunderbar – mehr als jedes Abenteuer mich jemals fühlen lassen könnte. Seine Liebe beseitigt jede Scham (in meinem Fall war es ein Weg, der Jahre dauerte, nicht nur einen Augenblick) und führt mich in eine Sicherheit und Freiheit, die nicht davon abhängt, wie andere mich lieben oder eben nicht.
In diesem Prozess habe ich gelernt, meine Realität Seiner Realität zu unterordnen. Mich meiner Gefühle wohl bewusst zu sein, aber auch, diesen Gefühlen niemals zu erlauben, mein Leben leiten zu lassen oder ausschlaggebend für wichtige Entscheidungen im Leben sein zu lassen. Ich habe gelernt, mich meiner Gefühle wohl bewusst zu sein, aber auch, diese Gefühle niemals mein Leben leiten zu lassen. Sondern, meine Wahrnehmung auf seine Wahrheit auszurichten und in ihr zu wandeln – in jene Freiheit, die nur von Gott kommt.
Siehst du, das ist die Realität unserer Ehe.
Ja, wir haben eine wunderschöne Ehe. Ja, wir lieben einander innig.
Aber das hat nichts mit Zufall oder Glück zu tun. Es hat mit einem Gott zu tun, der so wunderbar treu ist, und mit unseren Herzen, die sich Ihm hingegeben haben, um Ihn und Seine Realität über alles zu stellen, was wir mit unserem Verstand und unseren Herzen wahrnehmen.