Eine Arbeit zum Thema schwarze Pädagogik. Vergangenheit und Gegenwart.

Eine Arbeit zum Thema schwarze Pädagogik. Vergangenheit und Gegenwart.

Eine Arbeit zum Thema schwarze Pädagogik. Vergangenheit und Gegenwart.

Unabhängig von der Saison meines Lebens hatte ich immer ein Endziel vor Augen:

Ich wollte eine Familie gründen können. Nicht einfach irgendeine Familie. Ich sehnte mich nach einer gesunden Familie.

Ich wusste, dass dies auch in den Jahren der “Rebellion”, in denen ich alle Werte und Dinge meiner eigenen Familie in Frage stellte, der Wunsch meines Herzens war. Ich wusste jedoch, dass ich nichts geben konnte, was ich selbst nicht erhalten hatte.

Es war mir auch klar, dass viele Dinge, die ich in meiner eigenen Familie erlebt hatte, nichts waren, was ich nachahmen wollte. Sehr früh wusste ich, was ich nicht wollte…. aber es war ein langer Prozess, um zu verstehen, was genau los war, und vor allem, was es war, dass diese Dinge ersetzen würde!

Im Jahr 2010 besuchte ich eine christliche Schule für Seelsorge. Am Ende des ersten Jahres mussten wir ein Thema wählen, über das wir eine Arbeit schreiben würden.

Ich wusste sehr bald, was mein Thema sein würde: “Familie”. Genauer gesagt, wählte ich das Thema “schwarze Pädagogik”, eine Realität, die ich durch die Literatur entdeckte, die wir für diese Schule lesen mussten.

Nachdem ich diese Arbeit vor ein paar Tagen durchgelesen hatte, beschloss ich, ihn in zwei Artikel zu verwandeln. Ich habe einige Änderungen (und Kürzungen) vorgenommen, um ihn für die Öffentlichkeit anzupassen.

 

Diese Arbeit basiert auf dem Buch “The family“, geschrieben von John Bradshaw.

Die übernommenen Zitate sind aus der französischen Version “La Famille”, aktualisierte Version 2004, von mir ins Deutsch übersetzt. Dieses Buch ist in verschiedenen Sprachen erhältlich, unter anderem in Englisch, Spanisch und Französisch. Leider scheint es aber nicht auf Deutsch übersetzt zu sein. 

Bradshaw erklärt die Bedeutung der schwarzen Pädagogik (S.88).

“Die schwarze Pädagogik basiert auf Ungleichheit – eine Art Meister/Sklavenbeziehung. Eltern verdienen Respekt, nur weil sie Eltern sind. Eltern haben immer Recht und sind zu befolgen.

Und auf Seite 129:

Die ausgeprägten Regeln, die Dysfunktionalität erzeugen, sind die Regeln der schwarzen Pädagogik. Eltern sind aufgrund dieser fehlerhaften Regeln, die sie in ihrer eigenen Psyche tragen, dysfunktional.”

Das Buch beschreibt auf einer tiefen Ebene diese Art des Lebens in einer Familie, einer Kindererziehung.

Ich erkannte, dass ich, obwohl ich von den Emotionen und Folgen dieser im Buch beschriebenen Behandlung betroffen war, die meisten der dort beschriebenen Dinge (körperlicher Missbrauch, sexueller Missbrauch, vorsätzliche Bosheit) nicht erlebt hatte.

Dann wurde mir klar, dass das Familiensystem nicht mit jeder Generation beendet wird – sondern, wie Bradshaw es auf Seite 129 beschreibt:

 “Wenn sie (die fehlerhaften Regeln) nicht kritisch hinterfragen und aktualisieren, geben sie diese an ihre Kinder weiter. So werden Eltern zu unbeabsichtigten Trägern eines Virus.”

In meinem Fall übertrugen meine Eltern vor allem die Emotionen, die sie in ihrer Kindheit erlebt hatten, ihre Scham, ihre Schuld, ihre Angst, ihre Vision von der Welt, von Gott und ihre “fehlenden” Identität. Ihr Gefühl der “Wertlosigkeit”, die Abwertung, die sie selbst erfahren hatten. 

Schwarze Pädagogik – ein Beschrieb

 

In meiner Forschung zu diesem Thema konnte ich feststellen, dass die schwarze Pädagogik genau das ist, was Bradshaw sie nennt:

Ein Virus, der unfreiwillig übertragen wird. (p.129).

Dieser ist hoch ansteckend und infiziert ganze Familien, ganze Generationen. Er infiziert Menschen mit den besten Absichten, den höchsten moralischen Werten, christliche Eltern und sogar diejenigen, die in einer solchen Umgebung aufgewachsen sind und geschworen haben, nie so mit ihren eigenen Kindern umzugehen.

Mir ist klar geworden, dass die schwarze Pädagogik weitgehend auf einem falschen Bild davon basiert, wer ein Kind ist – und dieses Bild wird sich später in uns selbst reproduzieren, wie wir unser eigenes Selbst (inneres Kind) behandeln und ebenso, wie wir unsere eigenen Kinder behandeln.

 

 

Schwarze Pädagogik in der Vergangenheit

Als ich ein Wochenende in dieser Schule für Seelsorge verbrachte, hatte ich meine drei Monate altes Baby bei mir. Ich tat, was ich zu Hause tat. Ihn im Tragetuch bei mir haben, ihn stillen, wenn er Hunger hatte (mein Ältester tat dies alle 2 ½ Stunden, als ob er eine innere Uhr hätte) und ihn in den Schlaf wiegen.

Drei Damen in den Fünfzigern (heute sind diese Damen 10Jahre älter)  kamen am Wochenende zu mir und erzählten mir, wie sehr sie meine Einstellung als Mutter berührt hatte. Sie erzählten mir, wie sie ganz anders erzogen worden waren.

Getriggert durch diese Erfahrung sprach ich mit mehreren Menschen in diesem Alter.

Mir wurde klar, dass sie alle ähnliche Geschichten hatten.

Ihrer Meinung nach nichts sehr Ernstes: 

“So wurde es früher halt gemacht” 

und doch ein Bild der Kindererziehung, das im Buch “Die Familie” als schwarze Pädagogik beschrieben wird:

  • Der Erwachsene (egal ob Eltern, Lehrer, Dorfpfarrer oder der Nachbar von nebenan) hat immer Recht und hat alle Rechte.
  • Das Individuum existierte nicht an sich, sondern nur als Funktion der Familie (auch beschrieben in Bradshaws Buch S. 220).
  • All diese Menschen in den Fünfzigern, mit denen ich sprach, konnten mit dieser Aussage ihre Vergangenheit identifizieren:

“Anstatt von unseren Kindern zu lernen, ermahnt uns die schwarze Pädagogik, sie wie Tiere zu formen und zu trainieren. Wir werden aufgefordert, ihre Vitalität, Spontaneität und ihren emotionalen Ausdruck zu zerstören.” S.210

  • Körperliche Bestrafung geschah häufig (und die schwarze Pädagogik ermutigte sie), weil es eine gute Möglichkeit sein würde, Kindern Respekt und Gehorsam gegenüber Eltern beizubringen, (S. 195).

    Eine dieser Damen, mit denen ich sprach, wurde auch im Namen der “Bildung” sexuell missbraucht, wie Bradshaw es ausdrückt. (S.175)

    Die schwarze Pädagogik spielt eine vorherrschende Rolle bei der Tragödie des Inzests und der Sexualstraftaten im Allgemeinen…..da Kinder ihren Eltern gehorchen und sie um jeden Preis vorbehaltlos ehren müssen; letztere haben Rechte am Körper ihrer Kinder. 

  • Die Verantwortlichen für die Bildung benutzten Scham als Erzieher, um Kinder zu lehren, aus Scham heraus richtig zu handeln. S.220
  • Schreien, Beschimpfen, Etikettieren, Kritisieren, Beurteilen, Verhöhnen, Demütigen, Vergleichen und Verachten sind allesamt Quellen der Scham (S.219) und sind psychologische Aggression.

Alice Miller, eine Vorreiterin des Begriffs “schwarze Pädagogik”, erwähnt in ihrem Buch “Am Anfang war die Erziehung” die folgenden Punkte auf den Seiten 59-60:

  • Ein Gefühl der Pflicht erzeugt Liebe.
  • Hass kann beseitigt werden, indem man ihn verbietet.
  • Eltern verdienen Respekt, nur weil sie Eltern sind.
  • Kinder verdienen keinen Respekt, nur weil sie Kinder sind.
  • Gehorsam macht ein Kind stark.
  • Ein hohes Mass an Selbstwertgefühl ist schädlich.
  • Ein geringer Grad an Selbstwertgefühl macht den Menschen uneigennützig.
  • Zärtlichkeit (verhätscheln) ist schädlich.
  • Auf die Bedürfnisse eines Kindes einzugehen, ist falsch.
  • Strenge und Kälte sind eine gute Vorbereitung auf das Leben.
  • Vorgetäuschte Dankbarkeit ist besser als ehrliche Undankbarkeit.
  • Die Art und Weise, wie du dich verhältst, ist wichtiger als die Art und Weise, wie du wirklich bist.
  • Weder Eltern noch Gott würden es überleben, beleidigt zu werden.
  • Der Körper ist etwas Schmutziges und Ekelhaftes.
  • Starke Gefühle sind schädlich.
  • Eltern sind Kreaturen, die frei von Trieben und Schuldgefühlen sind.
  • Eltern haben immer Recht.

Schwarze Pädagogik heute

In unserer Zeit hat sich das Bild des Kindes ein wenig verändert. Aber wir finden schwarze Pädagogik trotzdem überall in unserer Gesellschaft.

Als aktuelles Beispiel (erinnern Sie sich, dass ich 2010, um die Geburt meines Erstgeborenen herum, geschrieben habe) stiess ich auf ein aktuelles Beispiel, als ich mit unserem ersten Baby schwanger war und dem Rat mehrerer Freunde von mir folgte.

Sie waren begeistert von einem in der deutschsprachigen Schweiz weit verbreiteten Buch über die Erziehung von Kindern. “Schlaf gut mein kleiner Schatz” –  des amerikanischen Autors Gary Ezzo. Der Dienst der Ezzos begann bereits in den 1980er Jahren. Ich kenne viele Familien in der englisch- und deutschsprachigen Welt, die ihre Kinder anhand seiner Lehre erziehen.
Ich kaufte das Buch.
Ich studierte es.
Ich bestellte sogar Material aus den Vereinigten Staaten.
Ich recherchierte darüber und las viele Rezensionen auf Amazon – sowohl die mit einem Stern als auch die mit fünf (alles im Jahr 2010, als ich diese Arbeit schrieb).

Um diejenigen unter euch zu beruhigen, die seine Bücher befürworten, werde ich hier gleich zu Beginn meine Schlussfolgerung einfügen:

Ich kenne mehrere Eltern, die eine grossartige Arbeit als Eltern leisten, obwohl sie dieses Buch lieben. Heute glaube ich, dass es auf diesen “Virus der schwarzen Pädagogik” ankommt. Wenn du davon infiziert bist, wirst du jegliche Lehre mit dieser Denkweise der schwarzen Pädagogik anwenden. Und Ezzos Lehre und Sichtweise eines Kindes wird dir nicht helfen, den Virus der schwarzen Pädagogik loszuwerden. Im Gegenteil, Ezzos Lehre wird dir helfen, diese mit grösserer Kraft und Überzeugung auszuleben.

Wenn das jedoch nicht deine Geschichte ist und du dich nicht mit den oben genannten Punkten identifizieren kannst, dann wirst du alles mit genügend Vorsicht aufnehmen und die Dinge anwenden, die für deine Familie und dein Kind funktionieren.

Nachdem ich das klargestellt habe, zurück zu meinem Beispiel:

Da ich mir sehr wohl bewusst war, wie sehr diese schwarze Pädagogik mein Leben verletzt hatte, war ich sehr sensibel auf die Botschaft dieses Autors. Ich fand viele seiner Aussagen über die Kindererziehung, sein Verständnis der kindlichen Entwicklung und die Art und Weise, wie er annimmt, dass sein Weg der einzig richtige Weg ist, sehr beunruhigend.

Lass mich erklären, warum ich das sage:

 Zum Beispiel lehrt er, dass:

  • “Deine Aufgabe ist es, die Kontrolle über das Kind zu erlangen, damit du es effektiv trainieren kannst.” (GKGW)
  • “Ein ständiger, enger Mutter-Kind-Kontakt führt zu einer abnormalen Mutter-Kind-Abhängigkeit.” (NEPrep)
  • “Weil der Wunsch nach ständiger und sofortiger Befriedigung bei der Geburt beginnt, beginnt auch die Notwendigkeit, die Selbstbeherrschung in Ihrem Kind zu kultivieren an diesem Punkt.” (NE GKGW)
  • “Die Grundlagen der moralischen Ausbildung werden früh im Leben gelegt und der Grundstein ist die Disziplin. Dein Baby in einen regelmässigen Rhythmus zu bringen und dass es die Nacht durchschläft, sind die Ergebnisse der Basisdisziplin.”  (“Prep for the Toddler Years” S.84 – nicht auf Deutsch erhältlich)
  • “Wenn dein Baby erwacht [mitten in der Nacht], eile nicht gleich herein. Jedes Weinen ist vorübergehend und dauert 5-45 Minuten.” (betreffend Babys von 8 Wochen und älter)
  •  Eltern müssen darauf achten, dass sie nicht Sklaven ihres Neugeborenen werden.
  • Wenn man auf jedes Weinen des Neugeborenen reagiert, wird es narzisstisch und unfähig, später gesunde Beziehungen zu haben (weil es glauben wird, dass sich die ganze Welt um es dreht).
  •  Es verwöhnt dein Baby (und sogar dein Neugeborenes), wenn es bei jedem Weinen aufgehoben wird. Du musst lernen, das Baby weinen zu lassen, besonders wenn es kein hinreichender Moment des Weinens ist (d.h. wenn das Kind gerade gegessen hat, die Windeln sauber sind und das Baby nicht Schmerzen hat).

Das sind nur einige seiner Ideen.

Bradshaw hingegen erklärt (S. 214), dass

“Die ersten Bedürfnisse eines Kindes sind, dass eine warme, liebevolle Person da ist, um es zu spiegeln, reflektieren und zu bestätigen. Das bedeutet, dass die ersten 15 Monate des Lebens (das so genannte symbiotische Stadium), ein Kind ein Gesicht mit akzeptierenden Augen braucht, um sein Selbst zu reflektieren.  Was auch immer die Augen der bemutternden Person sind, wird zum Kern und Fundament der Identität des Kindes.

Er weist auch darauf hin, dass

“Alice Miller hat argumentiert, dass die inneren Empfindungen des Säuglings aus dem Kern des Selbst des Kindes kommen. Die ersten Empfindungen kommen von den Gefühlen der Mütter über das Kind. Da das Kind nonverbal ist, hängt alles von Gefühlen ab. Diese frühen Gefühle über das Selbst sind der Kern, aus dem sich das Selbstwertgefühl des Kindes formt. Dieser früheste Bedarf wird als gesundes narzisstisches Bedürfnis bezeichnet.  S.215

Nächste Woche werde ich das Thema weiter vertiefen. Wir werden sehen, dass:

  • Wir nicht geben können, was wir nicht erhalten haben,

  • Wir das Bild an unsere eigenen Kinder weiter, das uns seit unserer frühen Kindheit geprägt hat (und natürlich an unser inneres Kind).

  • Unsere Emotionen von Scham, Wertlosigkeit, Schuld usw. werden an unsere eigenen Kinder weitergegeben, ohne dass wir etwas sagen, oft sogar ohne es selbst zu erkennen.

  •  

    Das Bild (ob vorhanden oder nicht) unserer eigenen Autoritätsperson (Vater) spiegelt das Bild wider, das wir von Gott haben. Was unsere Überzeugungen über Ihn sind. Was wir glauben, dass Er von uns denkt, wie wir glauben, dass Er sich um uns kümmert (oder sich nicht um uns kümmert)

Doch ich werde auch mit dir teilen, wie du dich von einer Vergangenheit der schwarze Pädagogik befreien und in die Freiheit eintreten kannst, für dich und deine Kinder eine andere Realität zu erleben.

Wie du davon wegkommst, Zeit und Energie in Dinge zu investieren, die du nicht ändern kannst.

Wie du davon wegkommst, Zeit und Energie in Dinge zu investieren, die du nicht ändern kannst.

Wie du davon wegkommst, Zeit und Energie in Dinge zu investieren, die du nicht ändern kannst.

Es gibt Situationen im Leben, die sich überwältigend anfühlen können.

Sie sind frustrierend und besorgniserregend. Situationen, die uns wütend, verärgert, traurig, machtlos und sogar deprimiert machen.

  • Es sind Situationen wie die Zelturlaube im vergangenen Oktober, die am Mittelmeer sonnig und mild sein sollten. Allerdings bekamen wir die meiste Zeit Regen und stürmisches Wetter.
  •  Ein weiteres Beispiel ist eine Situation, die ich vermasselte, obwohl ich nur die besten Absichten hatte.
  •  Oder jener Samstagmorgen, als ich einige Lebensmittel für das Wochenende benötigte, und es eine lange Schlange vor der Kasse gab.
  • Dieser Stau, verursacht durch einen Unfall, gerade als ich es so eilig hatte.
  • Mein Mann, der die Dinge auf eine ganz andere Weise tut, als ich sie tun würde.
  • Diese wichtige Antwort, die ich schon seit einigen Wochen per E-Mail erwarte.

     

    Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ähnliche Situationen bei jedem vorkommen.

    Wie gesagt, man könnte sich so fühlen, wie ich es oben beschrieben habe. Frustriert. Wütend. Verärgert. Machtlos. Traurig – oder sogar deprimiert.

     

  • Man könnte das Wetter für einen miserablen Urlaub verantwortlich machen.
  • Ich könnte mir die Schuld dafür geben, dass ich diese Situation vermasselte – und ich könnte wütend auf die Leute sein, die ein wenig übertrieben darauf reagierten.
  • Ich könnte in diesem Lebensmittelgeschäft verärgert sein, dass sie nicht mehr Kassen öffnen, so, dass ich nicht so lange warten müsste, bis ich an die Kasse komme.
  • Ich könnte wütend sein, so lange in diesem Stau warten zu müssen, nur wegen eines so „dummen“ Unfalls.
  • Ich könnte frustriert sein, weil mein Mann die Dinge ganz anders tut, als ich.
  • Ich könnte meine Tage (und Minuten) damit verbringen, voller Sorgen zu sein, ob dieses wichtige E-Mail heute ankommt.

    Wenn ich dir von diesen Situationen erzählen würde, würdest du wahrscheinlich meine Sorgen und Beschwerden verstehen.

    S.R.Covey spricht in seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität für Familien: Prinzipien für starke Familien“ jedoch über den Kontrolle- und den Sorgenkreis.

 

Er erklärt:

„Der Kreis der Besorgnis ist ein grosser Kreis, der alles in deinem Leben umfasst, worüber du vielleicht besorgt bist.
Der Kontrolkreis ist ein kleinerer Kreis innerhalb dieses Sorgenkreises, der die Dinge umfasst, gegen die man tatsächlich etwas tun kann.“

 

Der äussere Kreis beinhaltet also alles, was uns indirekt betrifft, ohne dass wir die Kontrolle darüber haben.

Zum Beispiel:

  1. Das Wetter.
     Wenn du keine ganz speziellen Superkräfte hast, spielt es keine Rolle, wie sehr du dir es wünschst oder wie du dich darüber beschwerst, das Wetter wird einfach das tun, was das Wetter tun wird!
  2. Die Vergangenheit.
    Du hast vielleicht gerade die Milch verschüttet. Du magst einige Beziehungsprobleme gehabt haben, die schief gelaufen sind, du hast vielleicht einige Entscheidungen getroffen, die dann zu einer herausfordernden Wendung geführt haben, oder du hast eine Situation erlebt, in der du nicht dem gerecht geworden bist, was du sein willst. Tatsache ist, dass alles, was bereits geschehen ist, auch wenn es vor fünf Minuten war, nicht mehr geändert werden kann. Du kannst nicht in der Zeit zurückgehen.
  3. Andere Personen.
    Wir können das Verhalten, die Einstellung, die Meinung, die Worte oder die Handlung anderer Menschen nicht kontrollieren. Wir können nicht einmal kontrollieren, was sie von uns denken oder welche Erwartungen sie an uns haben. Wir können das Gerede von anderen nicht kontrollieren, auch wenn es sich bei diesem Gerede um uns handelt.
    Es gibt noch viel mehr Themen in unserem Sorgenkreis, lassen Sie mich einige nennen:
    Das Sexualleben von Prominenten und Politikern, was Frau Soundso in ihrem persönlichen Blog schreibt, die Nachrichten, die politischen Ansichten anderer, Naturkatastrophen, Kriege, Waffen und terroristische Bedrohungen, Menschen, die schlecht auf der Strasse fahren. 

Denke daran, wie viel Zeit und Energie die Menschen in den Nullkontrollkreis investieren. Das Leben in diesem Kreis ist ziemlich anstrengend. Frustration, Wut, Sorge, Traurigkeit oder sogar Depressionen aufgrund der erlebten Ohnmacht sind vorhersehbare Emotionen, wenn du deine Zeit, Konzentration und Energie in etwas aufbringst, wofür du keine Fähigkeit zur Beeinflussung, geschweige denn zur Veränderung hast.

Machtlosigkeit, weil du nie in der Lage sein wirst, diese Situationen direkt zu beeinflussen. Du hast einfach keine Kontrolle über sie.

 Natürlich glaube ich als Christ absolut daran, dass wir in diesen Dingen beten können und dass unsere Gebete definitiv Situationen beeinflussen werden, auch wenn diese noch so unveränderlich aussehen. Aber selbst wenn wir beten, gibt es oft diese Zeit des Wartens, bis unsere Gebete erhört werden. Was machen wir in der Zwischenzeit? Sind wir weiterhin besorgt und beunruhigt um diese Situationen oder können wir diese Gott überlassen, während wir völligen Frieden darüber haben?

Mein Mann Benny ist in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel für mich. Er wird seine Auto-Werkstatt bis Ende des Jahres vom aktuellen Standort weg verlegen. Auch wenn er noch nicht weiss, wohin er geht, ist er völlig ruhig. Er sagt, lange Gebetszeiten, in denen er eine Art spürbaren Durchbruch erlebt, bringen oft einen tiefen Frieden in sein Herz über solche Dinge.

 Als ich vor einigen Jahren über den Kreis der Besorgnis vs. den Kreis der Kontrolle las, merkte ich, dass ich ziemlich genau in diesen Emotionen gefangen war. Ich erkannte, dass ich viele Emotionen über Dinge hatte, die ich nicht direkt kontrollieren konnte. Ich sprach mit Leuten um mich herum über das schlechte Wetter und den verrückten Verkehr an diesem Morgen. Ich machte mir Sorgen darüber, was diese andere Person von mir halten könnte oder welche Meinung sie über mich hatte.

Die gute Nachricht ist, dass es einen Ort gibt, über den du 100% Einfluss hast, und das bist du. Dein Körper, deine Gedanken und Handlungen können nur von dir selbst gesteuert werden. Der beste Ort anzufangen: In dir selbst. In deinem Einflussbereich zu sein, bedeutet, Dinge zu tun, die du tun kannst, anstatt dich über Dinge zu beschweren, die du nicht beeinflussen kannst.

 

Orte, wo du anfangen kannst:

 

Deine Einstellung und Begeisterung – wie du zu dir selber redest – was du kaufst – wo du arbeitest – was du liest – was du glaubst – deine Worte – Verhaltensweisen – Handlungen und Bemühungen – die Freunde, die du wählst – die Ideen, die du hast – die Führungsposition, die du innehast – die Art und Weise, wie du anderen überbringst, was deine Überzeugungen und Meinungen sind – das Geschäft, dass du aufbaust – die Orte, an die du reist – die Fertigkeiten, die du lernst – und die Konsequenzen deiner eigenen Handlungen.

 

Nun…  Veränderung ist wie ein professioneller Klavierspieler zu werden: Es braucht Zeit, Ausdauer und Übung. Dafür habe ich meine letzten Jahre verbracht, und ich kann sagen, dass es in mir eine grosse Veränderung gegeben hat, eine Freisetzung jener Emotionen, die mit Dingen verbunden sind, für die ich keine direkte Kraft zur Veränderung habe.

Und noch etwas anderes ist passiert: Mein Einflussbereich ist gewachsen.

Dies, weil ich meine Zeit und Energie nicht mehr für Dinge verwende, wofür ich nicht die direkte Fähigkeit habe, sie zu verändern. Ich habe viele proaktive Wege gefunden, mit Dingen umzugehen, die ich nicht ändern kann…. und das ermöglicht mir, mein persönliches Wachstum zu steigern. Ich konzentriere mich auf meine Handlungen und Entscheidungen. Und ich wachse in meinem Vertrauen auf Gott, dass Er mein Leben in seinen Händen hält. Dass ich Ihm die Dinge geben kann, die ich selbst nicht ändern kann, und dass ich Ihm vertrauen kann, dass Er sich um sie kümmert.

Wie ich gelernt habe, barmherzig mit mir selbst und mit anderen zu sein

Wie ich gelernt habe, barmherzig mit mir selbst und mit anderen zu sein

Wie ich gelernt habe, barmherzig mit mir selbst und mit anderen zu sein

In dem Moment, als ich mich hinsetzte, um diesen Artikel zu schreiben (der Titel war bereits geschrieben), bekam ich einen Anruf von einer Freundin, die ich sehr mag. Diese Freundin sagte mir, dass ich sie in einer Situation, die vor kurzem passiert ist, verletzt und enttäuscht habe.

Ich war schockiert. Ich wollte ihr nie wehtun! Ich hatte viele gute Absichten, als ich das tat, was ich tat, aber offensichtlich endete es damit, dass ich sie verletzt habe.

gracious

Es tat mir so schrecklich leid! Ich wurde mit Gefühlen von Scham, Schuld und Ohnmacht konfrontiert – aber alles, was ich in dieser Situation richtig machen konnte, war, ihr zu sagen, wie leid es mir tut und wie sehr ich den Verlauf der Ereignisse bedaure.

Vor ein paar Jahren hätte ich mich von Schuldgefühlen überwältigt gefühlt und wäre durch mein Versagen auseinander gefallen.

Ich hätte mich tagelang schlecht gefühlt und wäre mit diesem ständigen Gefühl von Versagen und Traurigkeit herumgelaufen. Ich hätte folgendes zu mir selbst gesagt:

„Ich kann nicht glauben, wie dumm ich bin! Wie konnte ich nicht vorher erkennen, dass ich die Dinge  anders hätte machen sollen? Solche Dinge passieren immer mir! Ich werde in meinem Leben nie weit kommen, ich vermassle alles! Ich bin solch ein Versager!“

Heute?

Direkt nach diesem Telefonat und nach einigen Tränen, sass ich immer noch vor meinem Computer. Ich sah mir den Titel meines Artikels an und begann durch meine Tränen hindurch zu lächeln.

 

“Wie ich gelernt habe, barmherzig mit mir selbst und mit anderen zu sein”.

Nun. Eigentlich genau durch Situationen wie diese.

Durch Momente, in denen ich mit Situationen konfrontiert werde, die ich vermasselt habe. Situationen, in denen ich erkennen muss, dass ich nicht dem gerecht geworden bin, was richtig/klug oder liebevoll gewesen wäre. Situationen, in denen andere wegen meiner Unreife, meiner Unwissenheit oder meiner Wahrnehmung verletzt werden.

Je enger die Beziehung, desto schwieriger ist es, sich solchen Situationen zu stellen.

Es gibt zwei Tendenzen, wie man hier reagieren kann: 

  • Man kann sich, so wie ich es in der Vergangenheit getan hätte, wie ein kompletter Versager fühlen. Man könnte überwältigt sein von Schuld und Scham und sich selbst Vorwürfe machen.
  • Der andere Weg wäre, seine Verantwortung nie anzuerkennen. Die Schuld auf eine andere Person zu schieben, anstatt zuzugeben, dass wir jemandem Unrecht getan haben, anstatt zuzugeben, dass wir in unserem Versuch, diese Freundin/Mutter/Ehepartnerin/Chefin/oder Angestellte zu sein, gescheitert sind.

Heute ist meine Reaktion anders.

Gleich dort am Telefon war es mir wichtig,  anzuhören, was meine Freundin mir zu sagen hatte. Ich sagte ihr, wie leid es mir tut, dass meine Art, wie ich gehandelt hatte, sie so fühlen liess.

Nachdem ich aufgelegt hatte, fühlte ich mich wirklich schlecht und es tat mir schrecklich leid, wie ich sie verletzt hatte.

 Aber ich weigerte mich, auf diese Schuldgefühle einzugehen. Ich weigerte mich auch, die Schuld auf jemand anderen zu schieben. Im Moment konnte ich nichts mehr tun, um die Situation zu retten.

Aber ich wusste aus Erfahrung, dass dies nichts an meinem Wert ändert. Dies, weil ich tief in mir drin weiss, dass ich nicht die bin, die ich heute bin, wegen meiner Vollkommenheit oder meiner eigenen Gerechtigkeit.

Es ist nicht meine Fähigkeit, meine Leistung und meine Grossartigkeit, die mich hierher gebracht haben.

Es ist eher umgekehrt. Weil ich die Gnade Gottes, seine Barmherzigkeit und sein Mitgefühl in meinem Leben erlebt habe, bin ich heute in der Lage, ein erfülltes Leben zu führen, trotz der Situationen, in denen ich nicht so handle, wie ich eigentlich möchte – wie in dieser Situation als Freundin.

Heute machen mich solche Situationen demütig und zutiefst dankbar.

Sie lassen mein Herz von der Gnade und dem Mitgefühl bewegt werden, die Gott für mich hat – und für jeden einzelnen Menschen auf dieser Welt.

Anstatt mir oder anderen die Schuld zu geben, segne ich jede einzelne Person, die in solche Situationen involviert ist.

Ich danke Gott für seine Gnade, seine Liebe, seine Güte und seine Fähigkeit, unser Leben zu berühren, es umzukehren und in Einklang mit ihm zu bringen.

Gott hat keine Angst vor unseren Fehlern und vor den Situationen, die wir vermasseln. Er hat keine Angst vor unserer Menschlichkeit.

Und das berührt mich so bei Ihm.

gracious

Ich bin so froh, dass ich einen langen Weg zurückgelegt habe, um mir und anderen gegenüber barmherzig sein zu können. Natürlich ist es immer noch ein laufender Prozess, und manchmal sind harte Entscheidungen erforderlich, um über meinen Gefühlen zu stehen und die richtigen Handlungen zu ergreifen. Dennoch war Gott so gnädig, bedeutende Veränderungen in mein Leben zu bringen, was diese Angelegenheit betrifft.

 

Anstatt entmutigt und depressiv zu werden, kann ich heute aus solchen Erfahrungen wachsen.

Anstatt bitter zu werden, werde ich dankbarer, gnädiger und weichherziger mir selbst und anderen gegenüber.

Anstatt mir selbst oder anderen die Schuld zu geben, übernehme ich Verantwortung – und egal, wie diese Situation ausgeht, werde ich sie nutzen, um zu wachsen, zu lernen und zu reifen.

Von der Asche zur Schönheit – 8 Faktoren, die Veränderung in dein Leben bringen.

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Ich bin begeistert, meinen ersten Artikel für diese Website zu schreiben. Begeistert, weil in mir so viel Dankbarkeit und Mitgefühl steckt, wenn ich darauf zurückblicke, woher ich komme und wo ich heute stehe.

 

Mitgefühl, weil ich mich noch sehr gut daran erinnere, woher ich komme.

ashes

Ich erinnere mich an all diese Kämpfe, die dummen Dinge, die ich in meiner Unwissenheit tat, an meine unerfüllten Bedürfnisse, meine falschen Gedankenmuster und Ängste. Ich erinnere mich an die Menschen, die ich verletzte, die blöden Situationen, in die ich mich hineinversetzte, den Schmerz, den ich mir zufügte, weil ich nicht wusste, wie ich leben sollte, weil ich völlig verloren war in einer Welt, die mich nicht lehrte, wie man ein Leben in Freiheit führt, das es wert ist zu leben.

 

Ich kämpfte darum, meinen Platz in einer Welt zu finden, die selten versucht, das Gold zu finden, sondern viel mehr auf die Schwachstellen, die Fehler, die Unvollkommenheiten und die Dinge hinweist, die verändert werden müssen, um akzeptabel zu sein.

Ich erinnere mich an die Gefühle der Einsamkeit, an die Scham, mich selbst zu sein, die schmerzlichen Erfahrungen, die ich hätte vermeiden können (wenn ich nur darüber gelehrt worden wäre, wie man das macht) – und das Gefühl des völligen Versagens, jedes Mal, wenn ich erkannte, dass ich nicht auf dem Niveau der Erwartungen der Menschen um mich herum war.

Meine Realitäten waren Gefühle des Versagens, des nicht zu Genügens, der Unwürdigkeit, der Unfähigkeit. Die Etiketten von ADHS und Epilepsie versprachen mir eine Zukunft, in der ich versuchen würde, mein Leben an diese Diagnosen anzupassen. 

Ich hasste das. Ich versuchte, diese Dinge zu bekämpfen. Diese Dinge zu bekämpfen, um „normal“ zu werden. Um so zu werden wie die anderen um mich herum.

Irgendwie fühlte sich das wie ein verlorener Kampf an. Meine Umgebung, die mich gut kannte (so dachten sie), versuchte, mich dazu zu bringen, mein Schicksal zu akzeptieren. Sie schüttelten den Kopf bei meinen Bemühungen, aus diesen Etiketten und Diagnosen herauszukommen, diesen Gefühlen, die versuchten, mein Leben zu bestimmen. Sie lächelten über meine Entschlossenheit, diese Hindernisse (und Umstände) zu überwinden, die sie mir in den Weg gestellt hatten. 

Mein Französischlehrer sagte mir eines Tages:

„Jeanne, du bist definitiv nicht dazu bestimmt, eine Fremdsprache zu lernen. Du wirst nie mehr als eine Sprache sprechen.“

 Nun, heute spreche ich vier davon fliessend.

  

Wegen eines ziemlich schweren Stotterproblems fühlte ich mich sehr hilflos und schüchtern, unsicher, neue Leute zu treffen. Irgendwie wusste ich, dass ich mich entweder in einem Büro verstecken musste, oder ich würde mich dieser Realität stellen. So entschied ich mich im Alter von 16 Jahren für eine Ausbildung in einer kleinen Metzgerei. Ich dachte, dass ich auf diese Weise jeden Tag mit all den Kunden konfrontiert werden musste, die kamen, um Fleisch und Wurstwaren im Laden zu kaufen. Und das funktionierte tatsächlich! Ich wurde viel selbstbewusster und entspannter darin, neue Leute kennen zu lernen, und mein Stottern nahm sehr stark ab. 

Als ich etwa 24 Jahre alt war, sprach Gott auf eine sehr reale Weise in mein Herz. Er sagte mir folgendes:

“ Jeanne, du kannst nicht zu etwas werden, das du schon bist: „Normal“ in deiner Einzigartigkeit.“

 Von diesem Tag an beendete ich meinen Kampf, um „normal“ zu werden – und ich trat ein in den Prozess, das zu werden, was ich wirklich bin – die Person, von der ich tief im Inneren wusste, dass ich sie sein könnte, wenn ich nur in diese Freiheit eintreten könnte, mich selbst zu sein und Gott so zu kennen, wie er wirklich ist.  

Bis heute bin ich einen langen Weg gegangen. Ich bin nun an einem ganz anderen Ort – in meiner inneren und äusseren Realität. Mein Leben hat ein stabiles Fundament, das von Leben, Freude, Frieden, Sanftmut, Mitgefühl und Humor erfüllt ist.  Auch wenn weder mein Leben, noch ich selbst, noch die Menschen um mich herum perfekt sind…. Herausforderungen können dieses grundlegende Fundament der Freiheit nicht durchbrechen. 

Und heute, wo ich vieles über die Psychologie weiss, und wo ich weiss, welches die üblichen Auswirkungen der Erziehung von Kindern und ganz allgemein die Auswirkungen einer schwierigen Kindheit auf das Erwachsenenleben sind – stehe ich in Ehrfurcht vor diesem Gott, der in der Lage war, viele dieser „normalen“ Folgen für das Erwachsenenleben zu durchbrechen. Ich bin erfüllt von dieser tiefen Dankbarkeit für all die Menschen in meinem Leben, die mich mit Gnade, Wohlwollen und Mitgefühl behandelten und die entschlossen waren, das Gold in mir zu finden.  

Heute bin ich einfach erstaunt über diesen Gott, der so treu ist!

Ich schaue auf die Freiheit, die ich gefunden habe, einfach mich selbst zu sein.

Ich sehe die Gnade Gottes in meinem ganzen Leben. Sein Mitgefühl. Seine Liebe. Seine Fähigkeit zu verändern. Er ist so gut!

 

Mein Herz ist erfüllt von Mitgefühl und Dankbarkeit, denn ich weiß, dass die Realität, die ich in der Vergangenheit erlebt habe, die Realität vieler Menschen auf der ganzen Welt ist.

Wir leben in einer Zeit, in der Zerbrochenheit, Verletzung, Schmerz und Ungerechtigkeiten genauso Realität sind wie zu irgendeinem Zeitpunkt in unserer Geschichte.

 In diesem Blog werde ich meine Reise teilen, von dort wo ich war bis dorthin, wo ich heute stehe.

Heute möchte ich jedoch auf acht wichtige Faktoren eingehen, die du kennen musst, um diese Reise zu beginnen.

1) Es wäre unmöglich, dass ich meine Freiheit heute erleben könnte, ohne die Realität, dass Jesus Christus für uns am Kreuz gestorben und auferstanden ist.

Warum? Nun, weil heute all meine Bemühungen, mein ganzer Wille nicht die Kraft gehabt hätten, all die falschen Überzeugungen, Lügen, Ängste und die Unwissenheit zu überwinden, die mich zurückhielten.

Wegen Gott, wegen Jesus, der für uns bezahlt hat, hatte ich eine Wahrheit, an der ich festhalten konnte in all meinem Versagen, meiner Gebrochenheit und meinem Schmerz. Gott hat mich von so vielen Dingen gerettet, auf die ich eingegangen wäre, wenn ich mein Leben nicht Jesus Christus gegeben hätte. Der Dieb kam nur, um zu töten, zu stehlen und zu zerstören, aber Jesus kam, damit wir das Leben in Fülle haben, in Fülle, bis es überläuft.

Daher ist der erste Schritt: Lade Jesus in dein Leben ein! Es wird dein Leben auf dieser Erde ernsthaft zum Guten verändern. Besuche diesen Abschnitt meiner Website, um zu sehen, wie das geht.

2) Nimm dir Zeit, diese Liebe kennenzulernen.

Ich lernte einen Gott kennen, der voller Mitgefühl war. Er beschuldigt nie. Er klagt nie an. Er beschämt dich nie. Er kennt deine Vergangenheit, deine Erfahrungen, deinen Mangel und deine Bedürfnisse.

Die einzigen Menschen, auf die Jesus in der Bibel wütend wurde, waren die religiösen Menschen, die versuchten, die Schwächeren zu belasten. Diejenigen, die den Sünder „ablehnten“ und vorgaben, die „Perfekten“ zu sein. Wenn du einmal Seine Liebe in deinem Leben erlebt hast, wird alles andere so klein werden.

  1. 3) Sei dir bewusst, dass das Verlassen deiner Komfortzone beängstigend und unbequem ist.

    Das bedeutet, dass jeder Transformations-Prozess eine Herausforderung darstellt. Oftmals erscheint es vielversprechender, in den „Sicherheiten“ zu bleiben, die man hat, egal wie destruktiv sie auch sein mögen, als diesen Ort zu verlassen, um in eine andere Realität hinein zu wachsen. 

    4.) Halte durch.

    Versprich dir selbst, dass du nicht aufgeben wirst. Auch wenn du das Gefühl hast, dass du versagt hast, dass Menschen dich verlassen haben oder dass du einfach nicht mehr weitergehen kannst. Jedes Mal in meinem Leben, wenn ich mich so fühlte und mich entschied, nicht aufzugeben, war Gott so treu und brachte Menschen oder Umstände in mein Leben, die mir Mut und Kraft gaben, weiterzumachen. 

    5.) Akzeptiere die Realität, dass es immer Menschen geben wird, die dich verletzen, dich nicht verstehen oder es nicht gut mit dir meinen.

    Sie können deine eigene Familie sein, oder sogar Menschen, die an Jesus glauben. Akzeptiere, dass sie auf ihrem eigenen Weg sind, genau wie du. KEIN Mensch ist perfekt. Segne sie, entscheide dich für eine Lebensweise, die sich entscheidet, in die Schule des Vergebens einzutreten und weiterzumachen. 

    6.) Es ist eine gute Sache, Hilfe auf deinem Weg zu erhalten. 

    Psychologen, Therapeuten, christliche Berater, Pastoren oder andere Menschen, die für dich da sind. Mein Leben hat sich durch Menschen verändert, die mir geholfen haben, mein Leben mit viel Know-how, Investitionen und Professionalität umzudrehen.

    Aber auch sie sind Menschen, mit Schwächen und blindspots. Baue dein Leben nicht um sie herum auf. Richte dein Leben auf Jesus aus und die Wahrheit, die die Bibel über dich und über Ihn selbst sagt. 

    7.) Du wirst enttäuscht und verletzt werden.

    Aber auch du wirst die Menschen auf deinem Weg verletzen und enttäuschen. Lerne also, gnädig und barmherzig zu sein zu sein – zu dir selbst und zu denen, die dir helfen wollen. 

    8.) Halte dich an der Wahrheit fest, dass Gott deine Freiheit noch mehr will als du. 

    Das ist für mich ein so wichtiger Punkt: Der gesamte Prozess der Reife bringt unsere Menschlichkeit zum Vorschein. Wir lernen uns selbst kennen, wir lernen andere kennen. Die Wahrheit ist, dass Gott sich der Menschlichkeit in uns schon vor langer Zeit bewusst war. Doch er liebt dich sowieso. Er ist derjenige, der dich wunderbar und einzigartig gemacht hat, und er will den Weg mit dir gehen, mit dir durch diesen Prozess gehen. Halte daran fest – auch in Momenten, in denen du das Gefühl hast, im Stich gelassen worden zu sein.

ashes

Dieser Prozess kann sehr hart sein. Während du darin bist, siehst du vielleicht nicht einmal den Fortschritt, geschweige denn das Licht am Ende des Tunnels. Aber dann, plötzlich, merkst du, wie die Dinge anders geworden sind. Plötzlich schaust du zurück und merkst, wie sich die Dinge verändert haben. Immer mehr beginnst du, die Früchte zu genießen, die deine Veränderung in dein Leben gebracht hat. Du beginnst, die Schönheit an der Stelle zu sehen, wo früher Asche war. Und das ist der Moment, in dem du feststellst, dass sich das alles tausendfach gelohnt hat.

ashes